Lernen Sie, Hausschwamm zu erkennen, bevor der Schaden groß wird

Lernen Sie, Hausschwamm zu erkennen, bevor der Schaden groß wird

Der Echte Hausschwamm ist der Albtraum vieler Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Er kann sich unbemerkt hinter Wandverkleidungen, unter Dielen oder im Keller ausbreiten – und wenn er erst einmal Fuß gefasst hat, zerstört er tragende Holzteile und verursacht erhebliche Bauschäden. Doch je früher Sie ihn entdecken, desto einfacher und kostengünstiger lässt sich der Befall stoppen. Hier erfahren Sie, wie Sie Hausschwamm erkennen, worauf Sie achten sollten und wie Sie handeln, bevor der Schaden groß wird.
Was ist Hausschwamm?
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein holzzerstörender Pilz, der in feuchten, schlecht belüfteten Bereichen gedeiht. Er ernährt sich von der Zellulose im Holz und kann dadurch Balken, Dielen und Verkleidungen zersetzen. Besonders gefährlich ist, dass er Feuchtigkeit über Mauerwerk transportieren und sich so auch in trockeneren Bereichen ausbreiten kann.
In Deutschland tritt der Hausschwamm vor allem in älteren Gebäuden auf, in denen Feuchtigkeit durch undichte Stellen oder fehlende Abdichtungen eindringen konnte. Aber auch Neubauten sind nicht völlig sicher, wenn es Probleme mit der Baufeuchte oder der Belüftung gibt.
So sieht Hausschwamm aus
Der Hausschwamm verändert sein Aussehen im Laufe seiner Entwicklung. Typische Merkmale sind:
- Frisches Myzel: Weißlich, watteartig und feucht glänzend. Es erinnert an Spinnweben und breitet sich auf Holz oder Mauerwerk aus.
- Älteres Myzel: Wird grauer oder bräunlicher und kann eine seidig glänzende Oberfläche bekommen.
- Fruchtkörper: Flache, rostbraune bis ockerfarbene Beläge mit weißem Rand. Sie können großflächig werden und ein feines, rostfarbenes Sporenpulver abgeben.
- Geruch: Ein modriger, süßlicher Geruch ist oft ein frühes Warnsignal.
Ein weiteres deutliches Zeichen ist das sogenannte „Würfelbruchbild“: Das Holz wird dunkel, spröde und reißt quer zur Faser in kleine Würfel.
Wo tritt Hausschwamm häufig auf?
Hausschwamm braucht Feuchtigkeit, um zu wachsen. Typische Problemzonen sind:
- Keller und Kriechkeller mit unzureichender Lüftung
- Hinter Wandverkleidungen oder unter Fußböden, wo Feuchtigkeit eingeschlossen ist
- Bereiche mit undichten Dachrinnen, Fallrohren oder Dachflächen
- Nach Wasserschäden, etwa durch Rohrbrüche oder Überschwemmungen
- Alte Gebäude ohne funktionierende Horizontalsperre
Gerade in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder in Altbauten lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle dieser Bereiche.
So beugen Sie Hausschwamm vor
Vorbeugung bedeutet in erster Linie: Feuchtigkeit vermeiden. Mit diesen Maßnahmen können Sie Ihr Haus schützen:
- Sorgen Sie für gute Belüftung in Kellern, Bädern und Kriechkellern.
- Reparieren Sie Undichtigkeiten sofort, egal ob am Dach, an Leitungen oder im Mauerwerk.
- Halten Sie Dachrinnen und Abläufe sauber, damit Regenwasser zuverlässig abfließt.
- Vermeiden Sie dichte Beläge wie Folien oder PVC auf feuchten Wänden oder Böden.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Luftfeuchtigkeit – ein Hygrometer oder Feuchtemessgerät kann frühzeitig warnen.
Ein trockenes, gut belüftetes Haus ist der beste Schutz vor Hausschwamm.
Was tun bei Verdacht auf Hausschwamm?
Wenn Sie Anzeichen für Hausschwamm entdecken, sollten Sie schnell handeln. Der Pilz kann sich rasch ausbreiten, und jede Verzögerung erhöht die Sanierungskosten.
- Feuchtigkeitsquelle beseitigen. Finden Sie heraus, woher die Nässe kommt, und lassen Sie die Ursache fachgerecht beheben.
- Fachleute hinzuziehen. Ein Bausachverständiger oder Holzschutzexperte kann Proben nehmen und den Befall sicher bestimmen.
- Befallenes Material entfernen. In der Regel muss das betroffene Holz großzügig ausgebaut und entsorgt werden.
- Umgebung behandeln. Mauerwerk und angrenzendes Holz werden desinfiziert oder thermisch behandelt, um Pilzreste abzutöten.
Versuchen Sie nicht, den Hausschwamm eigenhändig zu beseitigen – unsachgemäße Arbeiten können die Sporen weiter verbreiten.
Früherkennung spart hohe Kosten
Ein Hausschwamm-Befall kann im schlimmsten Fall eine umfassende Sanierung erforderlich machen. Wird er jedoch früh erkannt, lässt sich der Schaden begrenzen. Regelmäßige Kontrollen von Keller, Dachboden und verdeckten Holzkonstruktionen sind eine kleine Investition, die große Folgekosten verhindern kann.
Wer die typischen Anzeichen kennt und rechtzeitig reagiert, schützt nicht nur sein Haus, sondern auch seinen Geldbeutel.













